Reisezeit · September und Oktober

Island im Herbst – Feuer, Eis und Nordlichter

Wenn das Moos golden leuchtet und die Nächte länger werden, zeigt die Insel ihre stillste Seite: Nebel über den Fjorden, dampfende Quellen und die ersten Nordlichter des Jahres.

Die stille Jahreszeit

Wenn das Land leiser wird

Im Herbst zeigt sich Island von einer besonders eindrucksvollen Seite. Die Tage werden kürzer, Moos und Heide färben sich rot, gelb und golden – ein starker Kontrast zu den weißen Gletscherkappen im Hochland.

Viele der berühmten Wasserfälle wie Gullfoss oder Seljalandsfoss wirken jetzt besonders kraftvoll, denn der Herbstregen füllt die Flüsse. Und weil es abends wieder richtig dunkel wird, beginnt die Zeit der Nordlichter: In klaren Nächten tanzen sie ab Ende August über den Himmel.

Auch das Land selbst kommt in Bewegung. Zugvögel brechen nach Süden auf, und beim Réttir, dem traditionellen Schafabtrieb im September, holen ganze Dörfer ihre Herden aus dem Hochland zurück. Die Temperaturen liegen meist zwischen 0 und 10 °C – ideal, um nach einer Wanderung in eine heiße Quelle zu steigen, etwa in der Blauen Lagune oder im warmen Fluss des Reykjadalur.

In den Cafés und Gasthöfen kommt jetzt Kjötsúpa auf den Tisch, die kräftige isländische Lammsuppe. Wer im Herbst reist, erlebt die Insel zwischen Naturschauspiel, stiller Weite und gelebter Tradition, bevor der Winter das Land in Schnee hüllt.

0–10 °C

Tagestemperaturen im Herbst

8 Stunden

Tageslicht Ende Oktober in Reykjavík

Ende August

beginnt die Saison der Nordlichter

Ein Land, vier Gesichter

Island durch das Jahr

Jede Jahreszeit malt die Insel neu. Der Herbst ist die kürzeste von ihnen und vielleicht die farbigste.

Ein hoher Wasserfall stürzt unter blauem Himmel an moosgrünen Felsen hinab

April und Mai

Frühling

Die Insel erwacht aus dem Winterschlaf: Der Schnee zieht sich in die Berge zurück, die Wiesen werden grün und die ersten Lämmer kommen zur Welt.

Hohes Sommergras vor einer grünen Felswand, über die ein breiter Wasserfall fällt

Juni bis August

Sommer

Rund um die Sonnenwende wird es kaum dunkel. Die Fjorde glitzern in der Mitternachtssonne, und das bunte Hochland öffnet seine Wanderwege.

Ein zweiarmiger Wasserfall zwischen herbstlich gefärbtem Moos und Sträuchern

September und Oktober

Herbst

Moos und Heide leuchten in Rot, Gelb und Gold. Die Nächte werden länger, und mit ihnen steigt die Chance auf Nordlichter.

Ein breiter Wasserfall stürzt zwischen verschneiten Felsen in die Tiefe

November bis März

Winter

Schnee und Eis legen Stille über das Land. Gefrorene Wasserfälle, blaue Eishöhlen und Polarlichter bilden eine fast unwirkliche Kulisse.

Bildstrecke · 24 Aufnahmen

Island im Farbwechsel: Herbst in Bildern

Goldenes Moos, rote Heide, schwarzer Basalt und am Ende grünes Licht am Nachthimmel. Ein Klick auf ein Bild öffnet die große Ansicht.

Zum Schluss ein Film

Eine Schönheit, die nicht glänzt, sondern glüht

Der isländische Herbst ist kein Spektakel, das laut auf sich aufmerksam macht. Er zieht langsam über das Land, färbt das Moos golden und die Berge violett, bevor der erste Frost die Landschaft in Stille taucht. Wer hier durch den Regen wandert, hört den Atem der Erde.

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Fotos: Unsplash, die Namen stehen an den Bildern. Aufmacher-Video: Artlist.

Island im Herbst – Feuer, Eis und Nordlichter