Interview · Neue Arbeitswelt

„Remote Work ist gekommen, um zu bleiben“

Ein Gespräch über neue Arbeitsgewohnheiten, persönliche Herausforderungen und das, was gutes Homeoffice wirklich ausmacht.

A

Anna Schuster

Marketing

M

Max Kramer

IT

Von einem Tag auf den anderen arbeitete fast die ganze Belegschaft von zu Hause. Wie hat sich das angefühlt, und was ist davon geblieben? Anna Schuster aus dem Marketing und Max Kramer aus der IT über Routinen, Grenzen und Vertrauen.

Anna

Max, wie war das für dich, als bei uns plötzlich fast alle ins Homeoffice geschickt wurden?

Max

Für mich ehrlich gesagt gar kein großer Umbruch. In der IT waren wir schon vorher recht flexibel unterwegs. Aber ich fand spannend, wie schnell das Unternehmen insgesamt umgeschaltet hat – das war schon beeindruckend. Und bei dir?

Anna

Ganz anders! Ich war anfangs ziemlich überfordert. Ich liebe das Büro, den Austausch am Kaffeeautomaten, das gemeinsame Brainstorming. Zu Hause war es erst mal still – zu still. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, meine Routinen zu finden.

“

Man muss sich auch Pausen gönnen.

Max Kramer, IT

Max

Das ging vielen so. Ich habe gemerkt, wie wichtig Selbstorganisation ist. Manche Kolleg:innen hatten anfangs das Gefühl, sie müssten dauerverfügbar sein.

Anna

Oh ja! Ich habe abends noch Mails geschrieben, ohne zu merken, dass mein Arbeitstag eigentlich längst vorbei war. Da musste ich lernen, Grenzen zu setzen – und mir sogar bewusst Feierabendzeiten einzuplanen.

Aufgeräumter Arbeitsplatz am Fenster mit Laptop, Grünpflanze und Trinkflasche, draußen Dächer und ein Kirchturm
Mann mit Brille sitzt lächelnd auf dem Sofa und zeichnet auf einem Tablet, vorne ein aufgeklappter Laptop
Blick von oben auf einen Holzschreibtisch mit Monitor, Grafiktablett, Tastatur und Kopfhörern

Arbeitsplätze zu Hause: vom Fenstertisch bis zum Sofa.

Max

Ging mir ähnlich. Gleichzeitig fand ich es super, dass ich konzentrierter arbeiten konnte. Weniger Unterbrechungen, mehr Fokus. Aber: Man muss sich auch Pausen gönnen.

Anna

Stimmt. Ich habe zum Beispiel angefangen, mittags einen kurzen Spaziergang zu machen. Das ersetzt für mich den Weg zur Kantine und hilft total beim Abschalten.

Max

Wie stehst du zum Thema hybrides Arbeiten?

Anna

Ich liebe es. Ich will den Kontakt zu Kolleg:innen im Büro nicht missen, aber ich genieße es auch, einen Tag ohne Pendelstress zu haben. Zwei, drei Tage Homeoffice pro Woche sind für mich perfekt.

“

Homeoffice funktioniert nur, wenn niemand das Gefühl hat, sich ständig rechtfertigen zu müssen.

Anna Schuster, Marketing

Max

Sehe ich genauso. Ich glaube, es kommt stark auf den Job an – und aufs Team. Wichtig ist, dass wir die Freiheit haben, das flexibel zu gestalten.

Anna

Genau. Und dass Vertrauen da ist. Homeoffice funktioniert nur, wenn niemand das Gefühl hat, sich ständig rechtfertigen zu müssen.

Max

Absolut. Kontrolle durch Vertrauen zu ersetzen war ein großer Schritt – aber ein richtiger. Das merkt man auch an der Stimmung im Team, finde ich.

Anna

Ich hoffe einfach, dass wir diese Offenheit beibehalten. Remote Work ist gekommen, um zu bleiben – aber sie lebt von guter Kommunikation und Flexibilität.

Max

Und von gegenseitigem Verständnis. Nicht jeder Tag im Homeoffice ist ein Produktivitätshighlight – aber das ist im Büro auch nicht anders.

Anna

So ist es. Und am Ende zählt doch: gute Ergebnisse und zufriedene Menschen.

Zum Mitnehmen

Drei Dinge, die gutes Homeoffice ausmachen

01

Feierabend planen

Feste Zeiten schützen vor dem Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen.

02

Pausen einbauen

Ein kurzer Spaziergang am Mittag ersetzt den Weg zur Kantine und macht den Kopf frei.

03

Vertrauen statt Kontrolle

Es zählen Ergebnisse, nicht die Minuten, die jemand online ist.

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