
Arbeiten, leben – im Gleichgewicht
Work-Life-Balance: Wie Arbeit und Leben ins Gleichgewicht kommen
Ständig erreichbar, nie ganz fertig: Viele nehmen die Arbeit mit in den Feierabend. Ein kurzer Leitfaden, wie sich beides wieder trennen lässt.
Smartphone, Homeoffice, Videocalls: Die Arbeit ist dorthin gezogen, wo früher Freizeit war. Das ist praktisch – und tückisch. Denn wer überall arbeiten kann, hört oft nirgends mehr richtig auf.
Work-Life-Balance heißt nicht, weniger zu leisten. Es heißt, Anspannung und Erholung so zu verteilen, dass beides Platz hat. Wer dauerhaft nur gibt, zahlt mit Schlaf, Konzentration und Gesundheit.
35 %
höher ist das Risiko für einen Schlaganfall, wenn Menschen regelmäßig mehr als 55 Stunden pro Woche arbeiten, verglichen mit einer 35- bis 40-Stunden-Woche.
Quelle: WHO und ILO, 2021
Selbsttest
Woran du merkst, dass etwas kippt
–Du liest abends noch dienstliche E-Mails.
–Am Wochenende kreisen die Gedanken um Montag.
–Pausen fallen aus, „weil es gerade nicht passt“.
–Für Hobbys und Freunde fehlt seit Wochen die Kraft.
Fünf Schritte zu mehr Gleichgewicht
1
Feierabend festlegen
Eine feste Uhrzeit, zu der der Laptop zugeht. Trag sie in den Kalender ein wie einen Termin.
2
Erreichbarkeit regeln
Dienstliche Benachrichtigungen nach Feierabend stumm. Was wirklich brennt, kommt per Anruf.
3
Pausen ernst nehmen
Alle 90 Minuten kurz aufstehen, mittags raus an die Luft. Pausen sind Arbeitszeit für den Kopf.
4
Bewegung einbauen
Der Weg zu Fuß, die Runde um den Block: Bewegung zieht die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit.
5
Nein sagen üben
Nicht jede Aufgabe ist dringend. Wer Prioritäten klärt, schützt seine Zeit – und die der anderen.

Bewusst abschalten: Eine Pause im Grünen ist keine verlorene Zeit.
„Erholung ist keine Belohnung für getane Arbeit. Sie ist ihre Voraussetzung.“
Klein anfangen
Niemand stellt sein Leben an einem Tag um. Such dir einen der fünf Schritte aus und bleib zwei Wochen dabei. Wenn er sitzt, kommt der nächste. Gleichgewicht ist kein Zustand, sondern eine Gewohnheit.
Fotos: Kelly Sikkema, Zulfugar Karimov / Unsplash